Live Aufnahme mit der unverwechselbaren Pauwau Mischung aus World und Klassik!
Konzert "humus"
Klezmer Pauwau
Fred Singer: Klarinette, Bassklarinette, Stimme
Viktor Pantiouchenko: Bajan, Stimme
Ivan Nestic: Kontrabass
Musik des Shtetls osteuropäischer Juden.
Ein Welttheater in der Streichholzschachtel. Jubel und Trauer, Not und Überschwang, Sehnsucht und Erfüllung, Tragik und Komik. Das ganze bunte tragische Leben.
Musik als Überlebensnotwendigkeit, als Nährstoff für alles andere.
Mal Muntermacher, mal besänftigend, mal ausgelassen oder wehmütig, wie ein Seismograph der Seele.
Humus – Mutter Erde
Die uns trägt, auf breitem geduldigen Rücken.
Die uns wärmt, uns Kühlung zufächelt. Uns tränkt, nährt, wäscht und kleidet. Die die Schritte der Tänzer ebenso gleichmütig hinnimmt wie unser zorniges Aufstampfen, Freudensprünge wie Kniefälle.
Überspannst uns das Bett mit gestirntem Himmel: die Wiege, das Hochzeitsbett, die letzte Ruhestatt. Füllst Teller und Becher, trocknest uns Wanderern den Schweiss von der Stirn, lässt uns Rast halten unter dem kostbaren Schleier des Schattens. Zuletzt nimmst du uns milde in deine kühlen Arme. Schmückst dich wie eine Braut mit weissen Blüten, roten Früchten, goldenem Blattwerk und diamantenem Schnee.
Für wen?
Für uns? Wer weiss – aber an deinem Tisch dürfen wir sitzen, in deinem gastfreien Hause wohnen.
Soviel ist sicher.
Wenigstens:
wenn wir schon unbeholfen unseren kleinen Dank abstatten, so soll es das Beste sein, das wir haben.
Wir heben dein Glas mit deinem Wein auf dein Wohl, schmücken deine Festsäle mit deinen Blütenkränzen, brechen dir dein Brot, tragen deine dampfenden Schüsseln auf.
Ein Fest sei!
Wir wollen uns wirbelnd im Tanz drehen – in deinem Tanz: um und um, weiter und weiter, Jahr um Jahr durch unseren kleinen Kosmos kreisen, dass die fröhlichen Festgäste um uns herum lachende Sternbilder werden.
Wenn dann, später, der Tanz matt wird, wenn er erlischt und Stille die Tanzböden bedeckt, dann wissen wir, dass es nur für eine kleine Weile ist.
Gerade Zeit genug, die Instrumente zu stimmen, leis die Glieder zu recken, Zeit, die Kehle anzufeuchten, die Kleider glattzustreichen: weil es aufs Neue an den Tanz geht.
Immer wieder.